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documenta-Ausstellungsbeirat

Der Ausstellungsbeirat der documenta 12 ist ein lokales Forum in Kassel, in dem die Leitfragen der Ausstellung vor Ort interpretiert und diskutiert werden. Der Ausstellungsort ist damit Teil einer weltweiten Debatte, die documenta 12 seit 2005 auf allen Kontinenten zusammen mit Zeitschriften und Magazinen angestoßen hat. Die Magazine befragen die drei Leitmotive der Ausstellung in ihren jeweiligen lokalen kulturellen Kontexten, der Kasseler Ausstellungsbeirat entfaltet diese Akktivitäten mit seinen Expert/innen vor Ort.

Der Kulturzentrum Schlachthof ist Dreh- und Angelpunkt der Aktivitäten des Ausstellungsbeirates, der sich im November 2005 konstituierte und sich mittlerweile monatlich trifft. Der Ausstellungsbeirat arbeitet exemplarisch, Themen und Prozess orientiert. Er stellt ein Experiment dar, neue Formen jenseits der bekannten Gremienpolitik zu erfinden, um eine Umgebung zu schaffen, welche in der Lage ist, die Gesellschaft weiter zu entwickeln.
Die Beiratsmitglieder vertreten in ihrer Mitarbeit keine Institution, sondern sie stehen für ein bestimmtes Themenfeld und sie tragen als Multiplikator/innen die Fragen und Leitmotive der documenta in die Stadt hinein. Der Beirat ist integraler Bestandteil des von Roger M. Buergel und seinem Team entwickelten Ausstellungskonzeptes. Anders als bei Ausstellungsbeiräten großer Museen, die sich in erster Linie aus Wohlhabenden zusammensetzen, wird hier das lokale Wissen der Akteure vor Ort als ein Kapital betrachtet, um weltweit stattfindende Prozesse mit den Entwicklungen in Kassel in Verbindung zu setzen. documenta 12 soll somit
nicht nur an den 100 Tagen der Ausstellung in Kassel stattfinden, sondern darüber hinaus in der Stadt verankert werden.

Quelle: StadtteilZeit Magazin No. 16, Oktober/November 2006

Erste Vorboten zirkulieren in Kassel und der Welt

„Would you like to participate in an artistic experience?“ Mit dieser Frage trat der brasilianische Künstler Ricardo Basbaum an die Mitglieder der Kasseler Ausstellungsbeirates der Weltkunstausstellung heran. Insgesamt zwanzig Stahlobjekte werden für die documenta 12 nun in Kassel und der Welt für jeweils vier Wochen in öffentlichen Einrichtungen und Privathaushalten zirkulieren, um von ihren Nutzer/innen auf verschiedenste Weise rezipiert werden zu können – zehn in Brasilien und Lateinamerika, neun in Europa und eines in Afrika.
„Das Projekt beginnt mit dem Angebot, ein Stahlobjekt (125 x 80×18 cm) mit nach Hause zu nehmen, für eine gewisse Zeit damit zu leben und eine künstlerische Erfahrung zu machen“, sagt Ricardo Basbaum Mehr»

Mach-Was-TRaüme für Kassel

Die Vorboten der kommenden documenta 12 sind bereits in der Stadt präsent und nach „Would you like to particiate in an artistic experience?“, „Around the World – Welten im Koffer“ und „Die unsichtbare Stadt - sichtbar machen“ wurde Anfang Februar eine neue Aktion aus dem Kreis des Ausstellungsbeirates gestartet: Mach-was-TRäume für Kassel.
Das Nachdenken über öffentliche Räume und deren Funktion in der Fuldastadt wollen die Initiatoren, unterstützt vom Umwelt- und Gartenamt, mit dem Projekt anregen. Wie werden in einer Stadt, in der Freiflächen vereinzelt, ohne Dialog und Korrespondenz zu Straßen und Häusern liegen, aus Flächen öffentliche Räume oder auch Handlungsräume? Wie verlaufen solche Aneignungsprozesse? Mehr»

„Neugier für den lokalen Kontext“

Mit einem lokalen Forum, in dem die Leitfragen der Weltkunstausstellung vor Ort interpretiert und diskutiert werden, arbeitet die documenta an einem Format, das die Debatten, die documenta 12 seit 2005 auf allen Kontinenten angestoßen hat, mit dem Ausstellungsort in Beziehung setzt. Die Fuldastadt ist damit Teil einer weltweiten Debatte, das lokale Wissen der Akteure vor Ort wird als ein Kapital betrachtet, um global stattfindende Prozesse mit den Entwicklungen vor Ort in Verbindung zu bringen. Dreh- und Angelpunkt der Aktivitäten des Beirates ist das Kulturzentrum Schlachthof.
Die StadtteilZeit interviewte Ayse Güleç, Sprecherin des Beirates und Catrin Seefranz, Leiterin der documenta-Kommunikation. Mehr»