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50er-Jahre-Architektur

Schwerpunkte: Bauten und städtebauliche Ensembles aus den 50er Jahren, städtische Plätze vor und nach 1943, Kasseler Architekten der 50er Jahre

Termine nach Vereinbarung

Standardführung:
„50er Jahre Kassel - Innenstadt“
(zu Fuß Dauer ca. 2 Stunden)

Bahnhofsplatz / Scheidemannplatz / Treppenstraße / Florentiner Platz / Friedrichsplatz / Karlsplatz / Königsplatz / Entenanger / Marställer Platz / Altmarkt (mit einem kleinen Blick in die Unterneustadt) / Pferdemarkt

Neu: Schwerpunkt Paul Bode:
(zu Fuß und mit ÖPNV oder Taxi)
Sophienstraße / Brüder-Grimm-Platz / neue Fahrt / Wilhelmstraße / Bahnhofsplatz / Friedrichsplatz / Königsplatz / Schlosshotel Wilhelmshöhe

Weitere mögliche Themenführungen:
a) Wohnsiedlungen der 50er Jahre (Auefeld und Helleböhn)
b) Öffentliche Bauten der 50er Jahre (Schulen, Hochschulen etc.)

Nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg ging Kassel nach einigen „Anlaufsch wierig- keiten“ in den 50er Jahren daran, die Stadt im Stil der neuen Zeit neu aufzubauen. An vielen Stellen gab es aber vehemente Kritik der Kasseler Bürger, so z.B. bei der Entschei- dung, das alte Staatstheater (1909) nicht zu rekonstruieren oder auch beim Abriss des „Nahlschen Hauses“, das der neuen Treppenstraße (1953-57) weichen musste. In den 50er und 60er Jahren waren die Kasseler noch sehr stolz auf ihre neue Stadt, die aber immer mehr den steigenden PKW-Verkehrsbedürfnissen angepasst wurde. Dieser Stolz versch- wand in den 70er Jahren, denn die moderne Architektur war Mitte der 60er Jahre in die Kritik geraten; nicht nur Theodor W. Adorno (1967) und Alexander Mitscherlich (1965) sprachen in dieser Zeit über das wachsende „Unbehagen“ an der modernen Architektur und über die „Unwirtlichkeit“ der Städte. Heute sollten wir genauer betrachten, was an der Moderne weiterhin kritisch gesehen werden muss und was in die Zukunft gerettet werden sollte. Als besonders wichtig erscheint die Frage, welchen Stellenwert die Architektur und Stadtplanung der 50er Jahre einnimmt. Ausgangspunkt sind die Ausführungen von Lucius Burckhardt (1979). Er sprach von drei Phasen der Nachkriegsplanungen:

Phase 1) 1945-1958 - Trümmerräumung und Notunterkünfte, zurückhaltender Wiederaufbau.
Phase 2) 1958-1968 - Stärkere Eingriffe, unkontrollierte Folgen, wirtschaftlicher Aufschwung.
Phase 3) nach 1968 - Phase der Planungsverhinderung, Kritik an der Technokratie, Kampf gegen bauliche Eingriffe, Umweltbelastung, Partizipation.
Anlass zur Kritik gab die Phase 2) 1958-68. Hier wurden die hypertrophen Verkehrskonzepte verwirklicht und die Fehler im Massensiedlungsbau begangen, die insbesondere auch im Brennpunkt der Kritik von Adorno und Mitscherlich standen.
Ziel dieser Führungen ist, auf Architektur und Städtebau der Phase 1), also zwischen 1945 und 1958, aufmerksam zu machen. Vertiefend kann auf die Plätze der Stadt und ihre Veränderung vor und nach 1943 eingegangen werden. Einen weiteren Schwerpunkt bildendie wichtigen Bauten Kasseler Architekten dieser Zeit, besonders von Paul Bode, aber auchvon Catta und Groth, Brahm und Kasteleiner, Konrad Proll u.a..

Wer führt?

Es führt Dr. Ing. Sylvia Stöbe (*1955), Architektin und derzeit Privatdozentin für Planungs- und Architekturtheorie am Fachbereich Architektur, Stadt- und Landschaftsplanung der Universität Kassel. Sie hat gemeinsam mit Michael Krauss 2002 den „Architektursalon Kassel“ gegründet.

Links
www.architektursalon-kassel.de
• www.uni-kassel.de/fb6/stoebe

Kontakt: Dr. Ing. Sylvia Stöbe, Privatdozentin für Architektur- und Planungstheorie am Fachbereich Architektur-, Stadt- und Landschaftsplanung der Uni-Kassel
sylvia.stoebe@uni-kassel.de
Tel.: 0561 93 24 105