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Landschaftliche Achsenwanderung

Vom ICE-Bahnhof ins Mittelgebirge

Achse-01Die Wanderung führt von einem großstädtischen Quartier Kassels über eine landschaftsökologische Achse (einem Gradienten der Naturnähe und gleichzeitig der Meereshöhe) auf die Höhen eines kleinen Mittelgebirges und damit aus der tiefgelegenen Hügelstufe in die Bergstufe (von etwas über 200 auf gut 500 m Höhe bei einer horizontalen Distanz von nur etwa vier Kilometer). Dabei verändert sich allmählich der Grad der Naturnähe von naturfern bis hin zu einer vollständig natürlichen Ausprägung der Landschaft. Die Höhenzunahme geht mit einer entsprechenden Klimaänderung einher: die mittlere Temperatur sinkt um zwei Grad, der Jahresniederschlag nimmt um etwa 200 mm zu.
Achse-02 Kassel profitiert ungemein von dieser zentralen Einbettung ins Mittelgebirge, die es zulässt, daß man z.B. vom urbanen Quartier Wilhelmshöhe innerhalb kürzester Zeit den Kamm des Mittelgebirges erreicht, sogar mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Diese Einmaligkeit ist allerdings bislang nicht nur vielen Einwohnern, sondern auch den für Tourismus Verantwortlichen offenbar nicht recht bewußt.

Vom Ausgangspunkt im Stadtklima mit urbaner Besiedlungsstruktur und vollständiger Versiegelung des Bodens führt die Wanderung über dörfliche Quartiersstrukturen von Wahlershausen zum Rammelsberg, wo sich die Stadt gegenüber dem Habichtswald öffnet und die Vegetation spürbar naturnäher wird. Dieser Übergangsbereich am Ostrand des Bergparks Wilhelmshöhe stellt einen intensiv zur Erholung genutzten Freiraum dar.

Achse-03Vorbei an der Waldschule verdeutlicht ein Blick auf den zurückgelegten Weg und auf die Stadt die Einbettung Kassels ins Mittelgebirge durch den Reinhardswald, den Kaufunger Wald und die Söhre.Durch den kühlen Buchenwald erklimmen wir den Osthang des Habichtswaldes und finden uns oben am Rande der Bergweiden angekommen bei ca. 550 m. ü. NN. bereits in der montanen Höhenstufe. Hier oben eröffnet sich uns der weite Grünlandbereich des Hohen Habichtswaldes, der Landschaftsbild und Erholungswert so enorm bereichert. Den Rückweg vom Herkules aus erleichtert uns die Buslinie 43
der KVG, die uns rasch zurück nach unten in die Stadt bringt.

Wer führt?
Privatdozent Dr. Wilfried Hakes
Diplom-Forstwirt., Dr. rer. nat., Lehrbefugnis für das Fach Vegetationsökologie am Fachbereich Naturwissenschaften der UniKassel und Lehrbeauftragter seit 1998
Mitautor eines Lehrbuchs sowie zahlreicher anderer Veröffentlichungen zur Vegetations- und Landschaftsökologie
20 Jahre Forschung in den Buchenwäldern, Wiesen und Weiden des Habichts- waldes und in den nordhessischen Magerrasen und Heiden

Info: www.ecocline.de