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Bergweiden und -wiesen

Bergweiden und -wiesen im Hohen Habichtswald

Habichtswald-01Diese landschaftsökologische Wanderung führt durch den zentralen Grünlandbereich des Hohen Habichtswaldes, der Landschaftsbild und Erholungswert so enorm bereichert. Hier oben befinden wir uns bei über 500 m. ü. NN. bereits in einem „Bergklima“: Es ist deutlich niederschlagsreicher und im Jahresdurchschnitt rund zwei Grad kälter als unten im Kasseler Becken. Ein Umstand, der im Winter besonders augenfällig wird, wenn man aus der verregneten Stadt zu den schneebedeckten Herkules-Kaskaden hinaufschaut.

Herkules-02 Die Weiden und Wiesen sind das Produkt menschlicher Rodungstätigkeit, die im Mittelalter ihren Höhepunkt erreichte. Wie alte Stiche zeigen, waren um 1800 die Hochlagen des Habichtswaldes zugunsten von Weideflächen (Huten) weitgehend entwaldet, die verbliebenen Waldreste ausgehagert und verlichtet. Die Wanderung führt zu lebenden Zeugen dieser früheren Nutzung in Form mächtiger Hutebuchen, deren tiefreichende, ausladende Beastung erkennen lässt, daß diese Bäume in der Vergangenheit völlig frei gestanden haben. Heutzutage sind die Buchenwald-Bestände des Hohen Habichtswaldes von Stoffeinträgen aus Luftverschmutzungen (insbes. Stickstoff) betroffen, die die für einen Buchenwald sonst so selbstverständliche Naturverjüngung ist ernstlich erschwert.

Herkules-03Neben der Funktion für das Landschaftsbild und den Erholungswert bieten die Wiesen und Weiden Lebensraum für bedrohte Pflanzen- und Tierarten und sind darüber hinaus bemerkenswerterweise auch wichtig für das Kasseler Stadtklima. Die Grünlandbereiche des Hohen Habichtswaldes sind sogen. „Kaltluftentstehungsgebiete“. Die über diesen Flächen, etwa in einer Sommernacht, durch rasche Auskühlung entstehenden Kaltluftmassen fließen z.B. durch das Druseltal hinunter in das Kasseler Becken und sorgen so für einen wichtigen Luftaustausch. Die Offenhaltung solcher Grünländereien, deren landwirtschaftliche Nutzung sich in vielen Fällen nicht mehr lohnt, gestaltet sich zunehmend problematisch, wie an den sich ausbreitenden Brachen zu erkennen ist.

Wer führt?
Privatdozent Dr. Wilfried Hakes
Diplom-Forstwirt., Dr. rer. nat., Lehrbefugnis für das Fach Vegetationsökologie am Fachbereich Naturwissenschaften der UniKassel und Lehrbeauftragter seit 1998
Mitautor eines Lehrbuchs sowie zahlreicher anderer Veröffentlichungen zur Vegetations- und Landschaftsökologie
20 Jahre Forschung in den Buchenwäldern, Wiesen und Weiden des Habichts- waldes und in den nordhessischen Magerrasen und Heiden

Info: www.ecocline.de